Wie hole ich Referenzen und Empfehlungsschreiben ein?

Referenzen können zwei Dinge benennen: 1. Personen, die auf Wunsch gerne – in der Regel telefonisch – Auskunft über Sie geben. Die nennen Sie im Lebenslauf oder direkt im Anschreiben. 2. Referenzschreiben = Empfehlungsschreiben: Um die geht es hier.

Empfehlungsschreiben sind im englischsprachigen Raum Standard. Bewerben Sie sich also bei einem englischen oder amerikanischen Unternehmen, sollten Sie nach Möglichkeit mindestens ein solches Schreiben beilegen. In Deutschland geben die meisten Personaler nichts darauf oder lehnen Empfehlungsschreiben sogar ab. Legen Sie also nur eines bei, wenn es ausdrücklich im Stellenangebot erwünscht oder verlangt wird.

Tipp: Halten Sie Kontakt zu Personen, die Ihnen beruflich förderlich sein können. Kümmern Sie sich frühzeitig um das Einholen eines Empfehlungsschreibens, denn auch beim besten Willen kann die entsprechende Person so etwas oft nicht aus dem Ärmel schütteln. Teilen Sie ihm genau mit, worum es geht; legen Sie ihm eine Kopie von Stellenangebot oder -beschreibung bei.

Wer kommt als Referenzgeber infrage? Jeder, dem man es aufgrund seiner beruflichen oder gesellschaftlichen Stellung zutraut, eine fundierte Meinung über Sie, Ihre Persönlichkeit und Ihre Leistungen/Leistungsfähigkeit abzugeben. Die Stichworte heißen Glaubwürdigkeit und Neutralität, weshalb Ihr Schwager, Ihre Frau, Kumpel aus Sportverein oder Studium, ehemalige Arbeitskollegen derselben Hierarchiestufe usw. ausscheiden.

Gute Referenzgeber sind Professoren, Doktoren und Lehrstuhlinhaber, Geistliche, Politiker, Vereinsvorstände, Amtsleiter, Firmenchefs, aber auch ehemalige Vorgesetzte, Kunden, Auftraggeber, Geschäftsfreunde, Mentoren, Ausbilder und Chefs von Institutionen, bei denen Sie ehrenamtlich tätig waren oder sind.

Wie sieht so ein Empfehlungsschreiben aus? Es umfasst gewöhnlich eine Seite. Der Inhalt ist aktuell und bezieht sich auf Ihre persönliche und fachliche Eignung im Hinblick auf die angestrebte Stelle. Der Personaler muss erkennen, wieso der betreffende Mensch so gut über Sie Bescheid weiß, was genau Sie für ihn oder seine Institution getan haben. Der Empfehlende schätzt Sie, Ihre Leistung und Ihre persönlichen Stärken ein, hebt besondere Leistungen hervor und sagt Ihnen Gutes für die Zukunft voraus.

Tipp: Fordern Sie keine Empfehlungsschreiben von Personen ein, die Sie kaum kennen. Es gibt sogar Schlaumeier, die dafür bezahlen. Kein halbwegs ausgeschlafener Personaler kauft Ihnen das ab!

K.o.-Kriterien bei einem Empfehlungsschreiben:

  • Es wirkt wie ein Gefälligkeitsdienst.
  • Man könnte Ihnen irgendwann eine verdächtige Nähe zur Referenzperson nachweisen.
  • Das Schreiben enthält eher pauschale, letztlich nichtssagende Beurteilungen Ihrer Person.
  • Es sieht so aus, als hätten Sie das Schreiben selbst verfasst, zum Beispiel weil es keine persönliche Note des Verfassers enthält.
  • Der Referenzgeber ist eine ungeeignete Person (siehe oben).

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